| Neues / Aktuelle Debatten |
Weitere aktuelle Meldungen finden Sie auch in der Presserubrik zum Thema Organspende, Transplantation und Hirntod.
12.05.12: Nichts hören, nichts sehen, nichts ändern - Regierung gegen verbindliche Richtlinien für Angehörigengespräche bei Organspende
Die Bundesregierung hält die Schaffung allgemein verbindlicher Richtlinien für den Ablauf von Angehörigengesprächen bei postmortalen Organspenden nicht für empfehlenswert. "Die im Zusammenhang mit einer möglichen Organspende stehenden individuellen und komplexen Detailfragen" könnten darin nicht abgebildet werden, heißt es in der jetzt veröffentlichten Antwort der Regierung vom 16. April auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag.
Themenspecial: Nichts hören, nichts sehen, nichts ändern - Regierung gegen verbindliche Richtlinien für Angehörigengespräche bei Organspende
31.03.12: Vertrauliches Wirtschaftsprüfer-Gutachten vorgelegt - Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) weiter in der Kritik
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) steht weiter unter massiver Kritik. Seit Herbst 2011 berichten diverse Medien immer wieder über wenig vertrauenserweckende oder gar skandalöse Machenschaften bei der DSO. Die Stiftung ist die nach dem Transplantationsgesetz beauftragte Koordinierungsstelle für die Organspende in Deutschland. Im Raum stehen u. a. anonyme Vorwürfe der "Vetternwirtschaft und Selbstbedienungsmentalität" gegen den medizinischen und kaufmännischen DSO-Vorstand.
Am 22.03.12 berichtete die Frankfurter Rundschau über ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu den Vorwürfen, das dem Bundesgesundheitsministerium vorliegt. Ende dieser Woche berichteten zudem diverse andere Zeitungen über die Inhalte des Gutachtens und auch der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages befasste sich am 28.03.12 mit der Angelegenheit. Dabei kamen durchaus fragwürdige Dinge ans Licht.
Mehr im Themenspecial: Vertrauliches Wirtschaftsprüfer-Gutachten vorgelegt - Deutsche Stiftung Organtransplantation weiter in der Kritik
22.03.12: Prüfbericht zu Vorwürfen gegen die Deutsche Stiftung Organtranplantation (DSO) bleibt unter Verschluss
Im Zuge der aktuellen Organspendedebatte ist der Vorstand der Deutschen Stiftung Organstransplantation (DSO) in den Fokus massiver Kritik geraten. Die DSO ist bundesweit zuständig für die Koordinierung der Entnahme und Transplantation von Organen. Mittlerweile liegt ein Bericht dazu beim Bundesgesundheitsministerium vor, der pikanterweise jedoch unter Verschluss gehalten werden soll. Selbst Zitate daraus seien untersagt, heißt es. Mehr dazu in den folgenden Artikeln und im Themenspecial vom 15.10.11.
Gesetz zur Organspende: Organspende-Stiftung hält Gutachten zurück
Von Timot Szent-Ivanyi
Heute soll im Bundestag erstmals über den Gesetzentwurf zur Organspende debattiert werden. Gleichzeitig fällt ein Schatten auf gerade die Organisation, die in Deutschland für Organspenden verantwortlich ist. Es geht um den Vorwurf der Geldverschwendung.
BERLINER ZEITUNG 22.03.12
Vorwürfe gegen die DSO-Spitze?
Der Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) verhindert einem Medienbericht zufolge die Veröffentlichung eines Gutachtens, in dem Vorwürfe gegen die DSO-Spitze untersucht wurden.
DER WESTEN 22.03.12
Deutsche Stiftung Organtransplantation - Prüfungsbericht nicht ans Parlament?
Oliver Tolmein
FAZ.NET Blog Biopolitik 21.03.12
Themenspecial vom 15.10.11: Schwere Vorwürfe gegen Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation DSO - "Vetternwirtschaft und Selbstbedienungsmentalität"?
21.03.12: Organspenderegelung: Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden fordert Hirntod-Debatte und vollständige Aufklärung
München (21.03.12). Am 22. März berät der Deutsche Bundestag erstmals über einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung bei Organspenden. Das "Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden", ein Zusammenschluss diverser Organisationen, Vereine, Arbeitsgemeinschaften und Einzelunterstützer warnt vor diesem Hintergrund vor einer vorschnellen Verabschiedung des Gesetzes ohne ernsthafte und ausführliche Diskussion über den Hirntod als Kriterium einer Organentnahme. Denn der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen, sondern ein Prozess im Sterben, der durch eine Organentnahme auf drastische Weise unterbrochen wird. Dies belegen diverse neuere Fachpublikationen.
Das Bündnis kritisiert zudem die einseitige Ausrichtung des Gesetzentwurfs pro Organspende und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Aufklärung über die Folgen für die potentiellen Organspender, wenn diese einer Organentnahme im Falle des Hirntodes zustimmen.
Weiter zur Pressemitteilung: Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden fordert Hirntod-Debatte und vollständige Aufklärung
16.03.12: Neuregelung der Organspende - Erste Beratung im Deutschen Bundestag über Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung am 22.03.12
Der Deutsche Bundestag berät am 22.03.12 in erster Lesung über einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung bei Organspenden beraten, zusammen mit einem seit Oktober 2011 vorliegenden weiteren Gesetzentwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes (Drucksache 17/7376), mit dem eine EU-Richtlinie umgesetzt werden soll. Die Beratungen beginnen um 9.00 Uhr. Für die Aussprache, die online auf der Webseite des Bundestages übertragen wird, sind zwei Stunden vorgesehen.
Mehr im Themenspecial zur Neuregelung der Organspende - Erste Beratung im Deutschen Bundestag über Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung am 22.03.12
09.03.12: Neuregelung der Organspende - Offener Brief der Initiative "Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO)" an Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert
Alle fünf Fraktionen des Bundestags haben sich am 1.3.2012 in einem Arbeitsentwurf auf die Erklärungslösung bei Organspenden geeinigt. Von einigen Journalisten wurde diese Vereinbarung sogar als "Sternstunde des Parlaments" bezeichnet. Vor diesem Hintergrund hat die Initiative "Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO)" einen offenen Brief an Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert verfasst.
Zum Offenen Brief von KAO an Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert zur Organspenderegelung
08.03.12: Vorschlag zum Zukunftsdialog Deutschland: Wahrheitsgemäße Aufklärung über Hirntod und Organspende
Derzeit führt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Internetpalttform einen "Dialog über Deutschlands Zukunft". Dort kann jede(r) Vorschläge einreichen und bewerten.
Dr. med. Regina Breul hat dazu am 08.03.12 einen Vorschlag zum Thema "Wahrheitsgemäße Aufklärung über Hirntod und Organspende" eingereicht. Es wäre hilfreich, wenn Sie diesen Vorschlag mit Ihrer Stimme mit einem Mausklick unterstützen würden. Ausführliche Hintergrundinfos, was es mit dem Zukunfstdialog auf sich hat, finden Sie auf der untenstehenden Webseite.
Zum Vorschlag "Wahrheitsgemäße Aufklärung über Hirntod und Organspende"
04.03.12, ergänzt am 14.03.12: Neuregelung der Organspende - Einigung unter Fraktionsvorsitzenden für Entscheidungslösung
Nach monatelangem Tauziehen haben sich Fachpolitiker aller Fraktionen des Deutschen Bundestags am 01.03.12 auf eine Neuregelung der Organspende geeinigt. Künftig sollen alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren regelmäßig von ihren Krankenkassen per Post angeschrieben, über die Organspende informiert und zur Abgabe einer Erklärung aufgefordert werden. Erstmalig soll dies schon in diesem Jahr geschehen, ein weiteres Mal in zwei Jahren. Nach der Aufforderung im Jahr 2017 alle fünf Jahre. Dies berichtete Jens Spahn, an den Verhandlungen beteiligter gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Ergänzung 14.03.12: Unterdessen haben die Grünen im Bundestag offenbar den unter den Fraktionsspitzen getroffenen Konsens zur Änderung des Organspendegesetzes überraschend wieder in Frage gestellt und einen Änderungsantrag zum Organspende-Gesetzentwurf vorgelegt. Grund seien Bedenken über mangelnden Datenschutz, wenn die Willensbekundung auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden soll
Mehr im Themenspecial: Neuregelung der Organspende - Einigung unter Fraktionsvorsitzenden für Entscheidungslösung
22.02.12: Besondere Veranstaltungshinweise zur Organspendedebatte für März 2012
Im März gibt es zwei besonders erwähnenswerte Veranstaltungen zur Organspende-Debatte. Hintergrund ist die angestrebte Änderung der Organspenderegelung und die Debatte um den Hirntod als Kriterium für eine Organentnahme.
- 21. März 2012, Berlin: Forum Bioethik: "Hirntod und Organentnahme. Gibt es neue Erkenntnisse zum Ende des menschlichen Lebens?"
Veranstalter: Deutscher Ethikrat
- 23. - 24. März, Essen: Tagung "Organspende - gesellschaftlich umstritten, öffentlich undurchschaubar, politisch gefördert"
Veranstalter: BioSkop e.V. und Hospizverein Omega e.V.
Ausführliche Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungen.
10.02.12: Zahl der Gewebespender deutlich gestiegen
Hannover – Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) hat im vergangenen Jahr 22 Prozent mehr Gewebetransplantate an Patienten vermittelt. Insgesamt haben 1.592 Menschen im gemeinnützigen Netzwerk der DGFG Gewebe gespendet. Die Zahl derjenigen, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben, ist damit um fast 10 Prozent gestiegen.
PRESSEMITTEILUNG Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation - Gemeinnützige Gesellschaft mbH 10.02.12
02.02.12 Organspender-Gewinnung: In neun von zehn Fällen entscheiden Angehörige über Organentnahme - Vorwürfe der Manipulation bei Angehörigengesprächen
In neun von zehn Fällen werden die Angehörigen derzeit über eine mögliche Organspende befragt, weil der hirntote Patient seinen Willen nicht dokumentiert hat. Diese aktuellen vorläufigen Zahlen aus dem Jahr 2011 hat die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am 30. Januar vorgelegt. Demnach geben laut Umfragen zwar rund 20 Prozent der Deutschen an, einen Organspendeausweis zu besitzen, in der Realität im Krankenhaus sehe dies jedoch anders aus. Nur knapp sieben Prozent haben laut DSO ihre Entscheidung zur Organspende schriftlich, zum Beispiel in einem Organspendeausweis hinterlegt und damit zu Lebzeiten eine Entscheidung getroffen.
Zudem wurden Vorwürfe laut, dass manipulative Methoden der Gesprächsführung wie das sogenannte Neurolingustistische Programmieren (NLP) genutzt werden bzw. wurden, um Angehörige von Hirntoten zu einem Einverständnis in eine Organentnahme zu überreden.
Mehr im Themenspecial: In neun von zehn Fällen entscheiden Angehörige über Organentnahme - Vorwürfe der Manipulation bei Angehörigengesprächen
14.01.12: Rückgang der Organspenderzahlen 2011 - Suche nach den Ursachen
Am 12. Januar 2012 hat die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ihre aktuellen Zahlen zur Organspende für 2011 vorgelegt. Demnach ist die Zahl derjenigen, denen nach Feststellung des Hirntodes Organe entnommen wurden im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent gesunken und fiel fast auf das Niveau von 2008 zurück. Ein Grund sieht die DSO in der Zunahme von Patientenverfügungen und vorzeitigem Therapieabbruch.
Mehr im Themenspecial: Rückgang der Organspenderzahlen 2011 - Suche nach den Ursachen
12.01.12 Wachsende Kritik am Hirntodkonzept und geplanter Erklärungslösung zur Organspende
Gegen die geplante Neuregelung der Organspende regt sich zunehmend Widerstand. Eine Anfang Dezember letzten Jahres gegründete Ärzteinitiative "Ad-Hoc-Gruppe Hirntod" (AGH) spricht sich gegen die laufende Organspendekampagne und den geplanten Gesetzentwurf aus und warnt vor falschen Voraussetzungen bei der Organentnahme in der Transplantationsmedizin. Zudem gibt es zwei offfene Briefe an Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Organspende-Debatte.
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10.01.12: Offener Brief von "KAO - Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V." zur Organspende-Debatte
Der folgende Brief von "KAO - Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V." an die Bundeskanzlerin, an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel, an den Gesundheitsminister Herrn Daniel Bahr, an die Justizministerin Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags und alle Mitglieder des Bundesrats
formuliert auch unsere entscheidenden Bedenken gegen die geplante Einführung der Erklärungslösung bei Organentnahmen.
Weiter zum Offenen Brief von KAO zur Organpspendedebatte (Januar 2012)
22.12.11: Debatte um Organspende-Regelung: Deutsche Hospiz Stiftung stellt sechs zentrale Fragen zur Organspende vor
Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine Neuregelung der Organspende hat die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung am 21. Dezember 2011 in Berlin mit sechs zentralen Fragen auf die Mängel des Transplantationsgesetzes aufmerksam gemacht. Der Geschäftsführende Vorstand, Eugen Brysch, forderte in einer Pressemitteilung Aufklärung, um Angst und Misstrauen der Bevölkerung zu beenden. "Wir wollen damit auch einen Beitrag leisten, Organspende in Deutschland zu fördern", betonte Brysch.
Mehr im Themenspecial zur Debatte um Organspende-Regelung: Deutsche Hospiz Stiftung stellt sechs zentrale Fragen zur Organspende vor
15.12.11: Vertrauliches Gutachten bescheinigt nur geringes Potential zur Erhöhung der Organspenderzahlen
In der Debatte um eine Neuregelung der Organspende sorgt ein vertrauliches Gutachten des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) für neuen Sprengstoff. Aus dem inoffiziellen und bereits 2009 von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Auftrag gegebene Gutachten geht hervor, dass das Potential, die Organspende in Deutschland zu steigern, weit geringer ist, als bisher angenommen.
Mehr im Themenspecial: Vertrauliches Gutachten bescheinigt nur geringes Potential zur Erhöhung der Organspenderzahlen
25.11.11: Fraktionsübergreifende Einigung bei Organspende-Regelung: Gruppenantrag zur Organspende soll bis zum Jahresende erarbeitet werden
In der Debatte um eine Änderung der Organspenderegelung haben sich die Vorsitzenden aller Bundestagsfraktionen bei einem Treffen auf erste gemeinsame Ziele geeinigt. "In dem Gespräch der Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU, SPD, FDP, Linken und Grünen unter Beteiligung der Fachpolitiker der Fraktionen wurde vereinbart, zur Organspende einen Gruppenantrag aus der Mitte des Parlaments zu erarbeiten, der von allen Fraktionsvorsitzenden mitgetragen und unterzeichnet wird. Es ist das gemeinsame Ziel, die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen." Dies erklärten die Bundestagsabgeordneten und fachpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen, Dr. Martina Bunge (Die Linke), Gabriele Molitor (FDP), Dr. Carola Reimann (SPD), Jens Spahn (CDU) und Dr. Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen) in einer gemeinsamen Pressemitteilung am 24.11.11.
Mehr im Themenspecial Fraktionsübergreifende Einigung bei Organspende-Regelung: Gruppenantrag zur Organspende soll bis zum Jahresende erarbeitet werden
27.09.11: Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden offiziell gestartet
Vor dem Hintergund der seit längerem laufenden Debatte um eine Neuregelung des Transplantationsgesetzes, mit der die Zahl der Organspender gesteigert werden soll, hat sich ein "Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden" formiert. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss diverser Organisationen, Arbeitsgemeinschaften, Vereinen und Einzelunterstützer, die sich gegen die geplante Änderung des Transplantationsgesetzes aussprechen. Am 27.09.11 wurde dazu ein "Appell zur Organspendedebatte in Deutschland" veröffentlicht und die eigene Bündniswebseite mit zahlreichen Hintergrundinfos zur Debatte freigeschaltet.
Frühere aktuelle Meldungen finden Sie in der Rubrik Neues.
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Wöchentlich durchforstet die Redaktion online die wichtigsten Tages- und Wochenzeitungen auf relevante Artikel zum Thema Organspende, Transplantation, Hirntod, Lebendspende, Organhandel etc. und verlinkt diese in der Rubrik Pressespiegel. Ergänzt werden die Meldungen durch Links zu Original-Pressemitteilungen und Bundestagsnachrichten.
Zum Pressespiegel Mai / Juni 2012
Pressemitteilung 21.03.12: Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden fordert Hirntod-Debatte und vollständige Aufklärung
München (21.03.12). Am 22. März berät der Deutsche Bundestag erstmals über einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung bei Organspenden. Das "Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden", ein Zusammenschluss diverser Organisationen, Vereine, Arbeitsgemeinschaften und Einzelunterstützer warnt vor diesem Hintergrund vor einer vorschnellen Verabschiedung des Gesetzes ohne ernsthafte und ausführliche Diskussion über den Hirntod als Kriterium einer Organentnahme.
Denn der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen, sondern ein Prozess im Sterben, der durch eine Organentnahme auf drastische Weise unterbrochen wird. Dies belegen diverse neuere Fachpublikationen.

Hier finden Sie die neuesten Dokumente zum Thema Organspende, Transplantation und Hirntod.
Organspende: Regierung gegen verbindliche Richtlinien für Angehörigengespräche
Gesundheit/Antwort
Berlin: (hib/MPI) Die Bundesregierung hält die Schaffung allgemein verbindlicher Richtlinien für den Ablauf von Angehörigengesprächen bei postmortalen Organspenden nicht für empfehlenswert. Die im Zusammenhang mit einer möglichen Organspende stehenden individuellen und komplexen Detailfragen könnten darin nicht abgebildet werden, heißt es in der Antwort (17/9334) der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/9240).
HIB Heute im Bundestag 09.05.12
siehe dazu:
Gespräche mit Angehörigen bei postmortaler Organspende
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Elisabeth Scharfenberg,
Birgitt Bender, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/9240 –
Deutscher Bundestag Drucksache 17/9334, 17. Wahlperiode 18.04.12
Anm.: Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 16. April 2012 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Transparenz der medizinischen Versorgung mit Geweben und Gewebezubereitungen in Deutschland
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Elisabeth Scharfenberg, Birgitt Bender, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/8943
Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, Drucksache 17/9113, 26.03.12 (16 Seiten inkl. Fragetext)
Zur Bundestagsdebatte am 22.03.12 über die Änderung des Transplantationsgestzes:
Deutscher Bundestag, Stenografischer Bericht 168. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 22. März 2012
Siehe dort gleich am Anfang Tagesordnungspunkt 3:
a) Erste Beratung des von den Abgeordneten Volker Kauder, Dr. Frank-Walter Steinmeier, Gerda Hasselfeldt, Rainer Brüderle, Dr. Gregor Gysi, Renate Künast, Jürgen Trittin sowie weiteren Abgeordneten eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz (Drucksache 17/9030)
b) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes (Drucksache 17/7376)
sowie Anlage 3 die zu Protokoll gegeben Rede von Norbert Geis.
Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz
Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode, Drucksache 17/9030, 21.03.12 (32 Seiten)
Anm.: Der Gesetzentwurf wurde von 391 Abgeordneten aller Parteien unterzeichnet. Im Bundestag gibt es insgesamt 620 Abgeordnete.
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes
Gesetzentwurf der Bundesregierung
Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode, Drucksache 17/7376, 19.10.11 (40 Seiten)
Löst die geplante Änderung des Transplantationsgesetzes tatsächlich die Probleme?
Fragen aus der Sicht der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, erarbeitet von Prof. Dr. Wolfram Höfling
16 Seiten, 21.12.11
Modell einer Selbstbestimmungslösung zur Einwilligung in die Organ- oder Gewebespende
Bundesärztekammer 11.10.11 (5 Seiten)
Appell zur Organspende-Debatte in Deutschland
Vom Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden
veröffentlicht 27.09.11
| Neue Bücher / Fachartikel |
Hier finden Sie die letzte Neuaufnahme in unsere Literatur-Rubrik bzw. einzelne Fachartikel.
Hirntot = wirklich tot?
Die Politik will die Anzahl transplantierbarer Organe steigern und dazu das Transplantationsgesetz ändern. Als Entnahmekriterium gilt bislang der Nachweis des Hirntods. Dabei sprechen eine Vielzahl guter Gründe dagegen, den Tod des Gehirns mit dem des Menschen gleichzusetzen. Der Würzburger Medizinrechtler Rainer Beckmann zeigt in diesem Beitrag, warum das Hirntod-Kriterium ungeeignet ist, den Tod des Menschen sicher nachzuweisen.
Von Rainer Beckmann
Lebensforum, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle (AlfA) e.V., Ausgabe 101 - 1/2012 vom April 2012
Hirntod – Ein irreführender Begriff
Gastkommentar von Bischof Heinz Josef Algermissen
Die Tagespost, 05.03.12
Gefährliche Einigkeit
Die geplante Neuregelung von Organspenden tritt in die entscheidende Phase ein. Bis Ende 2011 wollen die Fraktionschefs aller im Bundestag vertretenen Parteien einen einzigen "Gruppenantrag" vorlegen lassen und unterzeichnen. Ein solches Ausmaß demonstrativer Einigkeit ist in demokratischen Staaten nicht nur außergewöhnlich, im vorliegenden Fall ist es geradezu lebensgefährlich.
Von Eckhart Meister
Lebensforum Ausgabe 100 - 4/2011, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Dezember 2011
Infobroschüre "Organspende - die verschwiegene Seite. Angehörige berichten"
Ab sofort ist die 48-seitige Infobroschüre "Organspende - die verschwiegene Seite" der Initiative "Kritische Aufklärung über Organstransplantation (KAO) e.V." in der aktualisierten Fassung 2011 als Download abrufbar. Darin berichten Angehörige ihre Sicht zum Thema Organspende und Hirntod.
48 Seiten (2,3 Mb)
Carine, 43, lässt sich töten
Von Martina Keller
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich in Belgien eine Weltpremiere: Ärzte ließen eine Patientin auf deren Wunsch hin sterben, sofort danach entnahmen ihr andere Mediziner Organe.
DIE ZEIT, 20.10.2011 Nr. 43
Anm.: Langer, aber sehr lesenswerter Beitrag!
Warum ich kein Organspender bin
Die Werbekampagne läuft auf Hochtouren: Deutschland soll ein Volk der Organspender werden. Der Hirntod aber ist und bleibt umstritten.
von Alexander Kissler
THE EUROPEAN 18.10.11
Organspende als Akt der Nächstenliebe?
Ein Dialogangebot an die Bischöfe Gebhard Fürst und Anton Losinger.
Ein Gastkommentar von Marcus Knaup
KATH.NET 11.10.11
Anm.: Langer aber sehr lesenswerter kritischer Beitrag zu den aktuellen DBK-Statements.
Organspende – ethische Grauzonen aus biblischer und medizinischer Sicht
Regina Breul – Hans Ulrich Steymans OP
23.09.11
Ein Plädoyer für die Reanimation der Hirntoddebatte in Deutschland
Prof. Dr. Ralf Stoecker
19 Seiten, in: D. Preuß, N. Knoepffler, K.-M. Kodalle (Hg.), Körperteile - Körper teilen, Kritisches Jahrbuch der Philosophie, Beiheft 8/2009, 41,52,
veröffentlich auf der Webseite der Ärzte für das Leben e.V. mit freundlicher Genehmigung des Verlages Verlag Königshausen & Neumann.
Hirntod als endgültige Definition des Todes? Eine notwendige Anfrage
Der deutsche Bundestag bereitet eine Novelle des Transplantationsgesetzes vor. Ziel: Mehr transplantierbare Organe. Das Schweigen zu einem Problem und seine Geschichte.
Von Armin Schwibach
KATH.NET 15.06.11
Organspende und Selbstbestimmung
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 20-21/2011) vom 16.05.11
Anm.: Hier gibt es 8 Beiträge zur aktuellen Organspende-Debatte.
Darin besonders lesenswert:
Wie tot sind Hirntote? Alte Frage – neue Antworten
Sabine Müller
APuZ Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 20-21 / 16.05.2011
Organspende – tödliches Dilemma oder ethische Pflicht? - Essay
Anna Bergmann
Für die Popularisierung der „Gemeinschaftsaufgabe Organspende“ 1 wird in Deutschland ein hoher medialer und finanzieller Aufwand betrieben.
APuZ Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 20-21 / 16.05.2011
Silber statt Gold
Die Hirntod-Debatte muss weitergehen. Und dies obwohl - wie die Ärztin Maria Overdick-Gulden hier behauptet - längst klar sei,dass Hirntote keine Leichen seien. Die Frage, die nun gestellt werden müsse, laute - so die Autorin weiter -, ob und wie sich Organspenden künftig verantworten lassen. Mit diesem leidenschaftlichen Beitrag setzt "LebensForum" seine 2007 begonnene Debatte über die These, der Hirntod sei auch der Tod des Menschen, fort - eine These, die auch unter Lebensrechtlern ernstzunehmende Befürworter wie Gegner hat.
Von Dr. med. Dr. theol. hc. Maria Overdick-Gulden
Lebensforum Ausgabe 94 - 2/2010 vom Juli 2010, Zeitschrift der "Aktion Lebensrecht für Alle" ALfA e.V.
Der Hirntod: Kein sicheres Todeszeichen!
Der folgende Beitrag setzt die Debatte über den Hirntod fort,die in "LebensForum" seit einigen Ausgaben geführt wird. Nachdem in der Ausgabe Nr.91 (3/2009)zuletzt ein Neuropathologe und Theologe den Hirntod "medizinisch-pragmatisch als Kriterium zum Nachweis des Todes des ganzen Menschen" verteidigt hat, kommt hier nun ein dezidierter Kritiker des Hirntod-Konzeptes zu Wort.
Von Rainer Beckmann
Lebensforum Ausgabe 93 - 1/2010 vom März 2010, Zeitschrift der "Aktion Lebensrecht für Alle" ALfA e.V.
Die Lebenden und die Toten
Die Transplantationsmedizin beginnt sich von der "Tote-Spender-Regel" zu verabschieden
Linus S. Geisler
Die "Tote-Spender-Regel" (Dead Donor Rule), die seit rund 40 Jahren in der Transplantationsmedizin akzeptiert ist, formuliert zwei ethische Normen, die die Praxis der Organentnahme betreffen: Lebenswichtige Organe dürfen nur von toten Patienten entnommen werden; lebende Patienten dürfen nicht für oder durch eine Organentnahme getötet werden. Derzeit gibt es Bestrebungen, das Konzept des Hirntodes oder des Herztodes auszuhöhlen und die Entnahme lebenswichtiger Organe zur Organspende bereits bei Lebenden zu legitimieren. Linus S. Geisler warnt vor einem fundamentalen Tabubruch.
UNIVERSITAS, 65. Jahrgang, Nr. 763, Ausgabe Januar 2010, S. 4-13
Dein Tod, mein Leben: Warum wir Organspenden richtig finden und trotzdem davor zurückschrecken
von Vera Kalitzkus (Autor)
Broschiert: 244 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Erscheinungsdatum: 12.08.09, 1. Auflage
Zum Inhalt...
"Hirntod" und "Organspende"
Anders als die Frage, ob es sich bei dem Embryo im Mutterleib um einen Menschen handelt, wird die Frage, ob der Hirntod tatsächlich der Tod des Menschen sei, selbst unter Lebensrechtlern heftig diskutiert. Prinzipiell sind drei Antworten denkbar: Der Hirntod ist der Tod des Menschen (Mehrheitsmeinung). Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen (Minderheitenmeinung), und alternativ: Die Frage ist nicht entscheidbar. Mit dem folgenden Beitrag eröffnet LebensForum eine noch (weiter) zu führende Debatte.
Von Dr. med. Dr. theol. h. c. Maria Overdick-Gulden
LebensForum Ausgabe 89 - 1/2009 vom März 2009, Zeitschrift der "Aktion Lebensrecht für Alle" ALfA e.V.
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