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Bild Transplantationsgesetz mit Organspendeausweis und Nicht-OrganspendeausweisIllustration HirntodSymbolbild Kirchen zu Organspende Transplantation und HirntodOrganspende Entscheidung pro oder contraOrganspende und PatientenverfügungSterbehilfe und OrganspendeIllustration Debatte um Entscheidungslösung bei OrganspendenDebatte um Widerspruchsregelung bei OrganspendeBericht 2012/2013 Überwachungskommission und Prüfungskommission TPGGewebegesetz

Kritik und Informationen der InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik Deutschland zum Thema Organspende / Organtransplantation / Hirntod / Lebendspende

Für kaum ein anderes bioethisches Thema wird von verschiedenen Stellen so massiv Werbung betrieben, wie für die Organspende. In Fernseh- und Kinospots, auf Plakaten und in Hochglanzbroschüren wird mit oft fragwürdigen Methoden für die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Zustimmung einer Organentnahme nach dem sogenannten „Hirntod“ geworben.

Gesetz zur Entscheidungslösung bei Organspenden

Bild OrganspenderegelungAm 25. Mai 2012 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Entscheidungslösung bei Organspenden und zur Änderung des Transplantationsgesetzes verabschiedet. Das Gesetz zur Entscheidungslösung trat zum 1. November 2012 in Kraft.

D.h. ab jetzt sollen die Krankenkassen regelmäßig alle Versicherten ab 16 Jahre anschreiben und um eine Entscheidung pro oder contra Organspende nach dem Hirntod bitten. Darüber hinaus sollen die Behörden bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisen wie z. B. Pass oder Führerschein Informationen zur Organspende ausgeben. Die Aufklärung soll dabei laut Gesetz „ergebnisoffen“ sein. Ob sie das wirklich ist, ist fraglich.

Mittlerweile ist eine Diskussion über die Einführung der Widerspruchsregelung im Gange. Die Widerspruchsregelung bedeutet, wer nicht zu Lebzeiten widerspricht, wird nach festgestelltem Hirntod zum potentiellen Organspender, sofern medizinisch nichts dagegen spricht. Noch dieses Jahr, 2019 soll es zur Widerspruchslösung eine Parlamentsentscheidung geben. Wann konkret, ist noch unklar. Doch nicht nur im Parlament formiert sich Widerstand.

Umfassende Aufklärung über alle Aspekte der Organspende

Wir möchten mit diesem Infoportal der InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik Deutschland allen potenziellen Organ“spendern“ die Möglichkeit geben, sich vor ihrer Entscheidung für eine Einwilligung einer Organentnahme – sei es bei sich selbst oder bei Angehörigen – umfassend auch über die anderen Seiten der Transplantationsmedizin zu informieren. Dies betrifft insbesondere das umstrittene Hirntodkriterium zur Todesfeststellung als Voraussetzung einer Organspende oder die Folgen für Angehörige, die eine Entscheidung für den „Spender“ getroffen haben. Nur wenn potenzielle Organspender ehrlich und umfassend informiert werden, können sie eine gut bedachte Entscheidung für oder gegen die Organentnahme treffen.

Mehr dazu finden Sie in der Einführung in das Thema Organspende / Transplantation / Hirntod und in der Themenübersicht.

Dort finden Sie auch einen Nicht-Organspenderausweis zum Runterladen und Ausdrucken.
 

Aktuelle Meldungen

13.03.19: ZdK-Stellungnahme zur Widerspruchslösung: Organspende nicht ohne freiwillige Zustimmung

ZdK Zentralkomitee der deutschen KatholikenDas Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat zur laufenden Organspendedebatte Stellung genommen. Es spricht sich für einen Ausbau der geltenden Entscheidungslösung und gegen die doppelte Widerspruchslösung aus.

Die ausführliche Stellungnahme sei allen Abgeordneten des Deutschen Bundestags in einem Brief des ZdK-Präsidenten Prof. Dr. Thomas Sternberg zugegangen, teilte das ZdK am 13.03.19 in einer Presseaussendung mit.

» Mehr zur ZdK-Stellungnahme zur Organspende


01.03.19: Infoportal www.organspende-aufklaerung.de zur Organspende, Transplantation und Hirntod in neuem Design

Logo InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik DeutschlandAm 27.02.19 wurde unser völlig überarbeitetes Infoportal organspende-aufklaerung.de freigeschaltet. Damit wurde es technisch auf den neuesten Stand gebracht und zeitgemäß auf responsives Design umgestellt. Das heißt, die Darstellung passt sich jetzt automatisch allen Endgeräten an, egal ob Smartphone, Tablet oder klassischem Desktop-Rechner.

Alle Inhalte blieben vollständig erhalten, wurden aber übersichtlicher und thematisch sortiert. Teilweise werden Inhalte in den nächsten Tagen noch ergänzt bzw. aktualisiert.

» Zur Themenübersicht


22.02.19: Studie zu Konfliktfall Organspende und Patientenverfügung – Unklarer Patientenwille

Organspende und PatientenverfügungDie Umsetzung einer Patientenverfügung und eine Organspende schließen sich mitunter aus. Das ist vielen Menschen jedoch nicht bewusst. Dies zeigt eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ veröffentlicht wurde.

Mehr zur Studie zum Konfliktfall Organspende und Patientenverfügung


15.02.19: Deutscher Bundestag beschließt Änderung des Transplantationsgesetzes

Screenshot Videoaufzeichnung Bundestagsdebatte am 14.02.19 zur Änderung des TransplantationsgesetzesAm 14. Februar 2019 hat der Deutsche Bundestag eine neuerliche Änderung des Transplantationsgesetzes beschlossen.

Die Abgeordneten debattierten zuvor in Zweiter und Dritter Lesung den „Entwurf der Bundesregierung eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende“.

Nach knapp 45 minütiger Debatte mit 12 Rednerinnen und Rednern wurde der Entwurf der Bundesregierung in geänderter Ausschussfassung mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen gegen die Stimmen der Fraktion der AfD angenommen. Die Erste Beratung im Plenum des Bundestages fand bereits am 17.01.19 statt, gefolgt von einer Sachverständigenanhörung am 30.01.19.

» Zum Bericht über die Bundestagsdebatte am 14.02.19 zur Änderung des Transplantationsgesetzes


09.02.19: Richtungsweisendes BGH-Urteil zur gesetzlichen Aufklärung bei Nierenlebendspende

BundesgerichtshofDer VI. Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) hat am 29.01.2019 in Karlsruhe in zwei Fällen von nicht ordnungsgemäß aufgeklärten Nierenlebendspendern (Aktenzeichen VI ZR 495/16 und VI ZR 318/17) richtungsweisende Urteile gefällt.

Der BGH hat in seiner Grundsatzentscheidung die Anwendung der „hypothetischen Einwilligung“ im Zusammenhang mit Organlebendspenden verneint. Somit kann künftig kein fehlerhaft aufklärender Arzt nach der Spende darauf bestehen, dass der Spender bei richtiger Aufklärung ohnehin gespendet hätte.

» Mehr zum Bundesgerichsthof-Urteil zur Aufklärung bei einer Nierenlebendspende


12.01.19: Ganz ohne Widerspruchsregelung und Gesetzesänderung: Mehr Organspender in 2018

Die Zahl der Organspenden ist im vergangenen Jahr erstmals seit dem Jahr 2010 wieder deutlich gestiegen. Dies teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am 11.01.19 mit.

Bundesweit wurden demnach 955 Menschen nach festgestelltem Hirntod Organe entnommen. Das entspricht 11,5 Spender pro eine Million Einwohner. Im Vergleich zum Vorjahr, wo 797 hirntoten Patienten Organe entnommen wurden, bedeutet das eine Steigerung von knapp 20 Prozent.

» Mehr zu den gestiegenen Organspender-Zahlen 2018


05.01.19: Diverse kritische Debatten-Beiträge zur geplanten Widerspruchsregelung

Vor dem Hintergrund der Debatte um die Einführung der Widerspruchsregelung bei Organspenden sind in den letzten Monaten in verschiedenen Medien ein paar kritische Beiträge dazu erschienen. Sie liefern Argumente, die oft zu kurz bzw. gar nicht mehr zur Sprache kommen.

» Zur Artikelsammlung zur Debatte um die Widerspruchsregelung


2018

13.12.18: Pro und Contra Widerspruchslösung: Ethikrat debattierte Widerspruchsregelung bei der Organspende

Bild Ethikrat-Podiumsdiskussion am 12.12.18 zu Pro und contra Widerspruchsregelung bei OrganspendeVor dem Himntergrund der aktuellen Debatte um die Einführung einer Widerspruchsregelung bei Organspenden debattierte der Deutsche Ethikrat am 12.12.19 in einer öffentlichen Abendveranstaltung über Pro und Contra dieser Pläne.

Konkret ging es darum, welche ethischen Herausforderungen sich aus den möglichen Neuregelungen ergeben für Patientinnen und Patienten, Angehörige, medizinisches Personal und zukünftige Spenderinnen und Spender.

Mehr zur Veranstaltung „Forum Bioethik“ des Deutschen Ethikrates am 12.12.18 zu Pro und Contra Widerspruchslösung


08.12.18: Jahresbericht 2017/2018 der Prüfungskommission und Überwachungskommission zur Prüfung der Herz-, Lungen-, Leber-, Nieren- und Pankreas-Transplantationsprogramme vorgelegt

Bild Jahresbericht 2017/2018 der Prüfungskommission und Überwachungskommission zur Prüfung der TransplantationsprogrammeAm 06.12.18 haben die für die Prüfung der Transplantationszentren in Deutschland zuständigen Kontrollgremien von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband ihren Jahresbericht 2017/2018 vorgelegt. Darin zogen sie eine positive Bilanz ihrer Arbeit.

Gleichwohl gab es bei genauerer Betrachtung einige Schatten im Lichte der vorangangenen Transplantationsskandale. In zwei Universitätskliniken gab es systematische Unregelmäßigkeiten, über die u.a. die Staatsanwaltschaft informiert wurden.

Mehr zum Transplantationsbericht 2017/2018


28.11.18: Orientierungsdebatte im Deutschen Bundestag zur Organspende und Einführung der Widerspruchslösung

Illustration zur Debatte um Einführung der Widerspruchslösung bei OrganspendenIm Deutschen Bundestag fand am 28.11.18 eine erste Orientierungsdebatte über mögliche gesetzliche Änderungen zur Steigerung der Organspendezahlen in Deutschland statt. In der zweieinhalbstündigen ergebnisoffenen Debatte ging es um die Frage, „wie in der Bevölkerung mehr Menschen dazu gebracht werden können, sich nach ihrem Tod als Organspender zur Verfügung zu stellen und damit Leben zu retten.“

In der Debatte kamen 38 Abgeordnete für jeweils vier Minuten zu Wort. Dabei wurde zuvor der Fraktionszwang aufgehoben. Insgesamt überwog bei den Abgeordneten die Skepsis gegenüber der Einführung der Widerspruchslösung.

Mehr zur Bundestags-Orientierungsdebatte über Organspende und Widerspruchsregelung


14.11.18: Lesenswerter Beitrag zur Debatte um Widerspruchslösung: „Sterben und sterben lassen“

Am 09.11.18 hat der Jurist Thomas Fischer unter der Überschrift „Sterben und sterben lassen“ auf Spiegel Online einen sehr lesenswerten kritischen Beitrag zur Debatte um die Einführung der Widerspruchslösung bei Organspende veröffentlicht. Fischer war Vorsitzender Richter am 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs, ist Autor des Standard-Kommentars zum Strafgesetzbuch und Verfasser zahlreicher Kolumnen, in denen er sich mit Fragen des Strafrechts beschäftigt.

In seinem Beitrag übt er ausführlich begründete und scharf pointierte Kritik an dem Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn. Mehr unter dem folgenden Link:

Sterben und sterben lassen
Geht es nach Jens Spahn, sollen jedem nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen, wenn er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Das ist absurd, totalitär-paternalistisch und dazu unehrlich.
Eine Kolumne von Thomas Fischer
SPIEGEL Online 09.11.18


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